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Archiv der Kategorie: Leben

[Meinung] Von Isabel Marant und meiner Mutter

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Es gab Zeiten, da bedeutete mehr auch wirklich mehr. Mehr Schminke war besser als weniger, mehr Schmuck sowieso und die Absätze der Schuhe konnten nicht hoch genug sein. Mittlerweile ist das alles anders und wir predigen es so weiter, wie wir es seit einiger Zeit eingebleut bekommen: “less is more”. Natürliche Schönheiten sind gefragt: weniger Make-up, weniger Schmuck, flache Schlappen. Wir tragen wieder mehr Jeans und davon die weniger auffälligen Modelle: straight cut, Boyfriendjeans oder boot cut. Vage Erinnerungen an krasse ripped jeans mit 300 Fransen und noch mehr Schnitten drin, extreme Schlaghosen oder gar Modelle mit Glitzersteinen, Aufschriften oder Farbverläufen kommen ab und zu aus dem Nebel der Erinnerungen, erscheinen aber so weit weg wie die eigenen Kindertage. Wir tendieren zu lässigem, flachen Schuhwerk, dass erst gar nicht versucht unsere Körperhaltung zu verbessern. Gemütliches Schlurfen ist in und wird überall praktiziert. “Heb’ doch mal die Füße” ist wohl der Satz der heutigen Müttern kaum noch auf der Zunge liegt, schluffen sie doch selbst nicht besser in ihren Pantoletten, Birkenstock oder Flipflops herum.

via Miss Twinkle

Meine Mutter hat immer noch den Ausdruck “angezogen” auf den Lippen. Wenn sie von “angezogenen Leuten” spricht, meint sie damit nicht das Gegenteil von FKKlern, sondern Menschen deren Stil sie begeistert, die elegant gekleidet sind und “etwas hermachen”. So wurden meine Einkäufe häufig als “damit siehst du aber nicht abgezogen aus” kritisiert oder eben anders herum in den Himmel gelobt. Frauen sehen heute aus, als ob sie morgens einfach etwas aus dem Schrank gezogen und sich übergeworfen hätten. Da werden Längen kombiniert, von denen mir erzählt wurde, dass der Träger davon Ausschlag bekommen sollte, falls er jemals auch nur an solch eine Kombination denken sollte. Farben werden gecolourblockt, die sich laut meiner Erziehung beißen und in der kindlichen Vorstellung, die ich noch allzu oft habe, erscheinen dann aus den Kleidungsstücken farbige kleine Piranhas, die sich gegenseitig verschnabulieren. Birkenstocks, die ich vor Jahren niemals vor meiner Haustüre getragen hätte, flanieren jetzt über die Kö und die Maximiliansstraße.

Ich finde das ganz wunderbar und sehe mich der Generation meiner Eltern gegenüber als Verfechter einer neuen Lässigkeit. Natürlich liebe ich weiterhin die klassischen Schnitte und Entwürfe der 50er, 60er Jahre, die sehr schick und elegant waren, jedoch meine ich, dass wir als Frau von heute nicht mehr dem Rollencliché der perfekt aufgeputzten Hausfrau und Mutter entsprechen müssen. Zeiten ändern sich eben, dass war schließlich schon immer so, sage ich in Diskussionen mit meiner Mutter, die beharrlich darauf besteht, dass schlampig, eben nicht-angezogene Frauen nichts aus sich machen würden. Der ewige Generationenkonflikt: Alles anders machen als die Generation davor, bevor es einem mit zunehmendem Alter dämmert, dass das was die “Alten” machen, teilweise schon ziemlich gut war.

via Freshnet

Doch dann die Erkenntnis: Auch die scheinbar gedankenlosen, schönen Isabel Marant-Trägerinnen überlegen morgens am Kleiderschrank sicherlich einige Zeit lang, was sie wie und wo kombinieren sollen um eben diese Nonchalant/Noncare/Nomcare/(Bitte tragen Sie hier ein trendy Wort ein)-Attitüde perfekt auszudrücken. Auch der lässige Parisiennechic orientiert sich an Klassikern und an modernen Trends. Und liegen nicht viel mehr Gedanken einem legèrem Outfit zugrunde als einem klassischen, bei dem man genau weiß, dass einem weiten Rock ein schmal geschnittenes Oberteil geschuldet ist? Sind wir heute nicht sogar noch mehr Sklaven von Trends, Darstellungswahn und Attitüde? Oder hat sich einfach nur alles verlagert und wir praktizieren genau dasselbe mit anderen Schnitten, Farben, Dingen? So jedenfalls erschien es mir heute morgen, als ich die Bilder der neuen Resort Kollektion von Isabel Marant gesehen habe. Für mich sind diese Designs absolut nichtssagend, aber genau um so zu sein braucht es viele Gedanken dahinter und viel Arbeit, die dort drin steckt. Ich glaube also keinem, der mir erklärt, dass er “schnell einfach ein Oberteil und eine Hose völlig gedankenlos übergeworfen” hat. Damit möchtest du dich unabhängig machen und genau das schaffen wir alle nicht so recht. Anstrengungslos chic? Nein, ich denke, wir sind eher alle angestrengt lässig. Übrigens in allem: Kleidung, Attitüde, Werte. Ob mir das so gefällt?- Ich weiß ja nicht…

[Words] Summertime blues

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Ewig haben sie sich angefühlt, diese vier Wochen Stille hier und doch kommt es mir vor wie nur ein Flügelschlag eines Schmetterlings. Tot müde war ich, sauer auf die Welt, traurig und mir war zu warm für alles. Während andere Menschen aufblühen wie eine Rose aus Jericho im Wasser während der Temperaturen über 25 Grad, so überkommt mich manchmal eine große Lethargie. Auch diesen Sommer wieder. Ich war zwar viel draußen und habe das Leben genossen, jedoch hat mich das Thema Mode keinen Deut interessiert in dem Sinne, dass ich einfach immer in kurzen Hosen und weißem T-Shirt umhergestapft bin oder die Parks meiner Stadt bevölkert habe. Grillpartys, Picknicks, Bergwanderungen, Freibad, Hochzeiten. So sah das Leben aus und bis auf Ausnahmen (Hochzeiten) hat man mich nur in Hosen gesehen, eigentlich sehr untypisch für mich. Das lag zum Einen an einer spontanen Lust auf Jeans (wo kam das denn her?) und zum anderen an meinem Kompressionsstrumpf. Ich hatte ihn so satt, so lästig war er und für alle immer sichtbar. Er schien mir gar meine schönen Sommerkleider zu zerstören, wie eine Fliege in der schönen Fotokulisse, die alles kaputt macht. Verstecken wollte ich ihn und damit auch irgendwie mich wie mir scheint. Ich wollte einfach nur leben, keinem Rechenschaft ablegen und schlichtweg sein. Zahllose Bücher, gesehene Serien und Ausflüge später habe ich mich wieder gefangen und bin wieder froheren Mutes, vor allem weil ich gesehen hab, dass ihr immer wieder hier vorbei geschaut habt. Scheinbar interessiert es doch den ein oder anderen.

Mit den kühleren Temperaturen ist mein Hirn auch wieder etwas von seinem fibrigen Zustand abgekommen und befindet sich in seiner normalen Verrücktheit. Es will wieder mehr schreiben, mehr in Worte fassen und diese aufs (elektronische) Papier bringen. Es startet nach der Sommerpause scheinbar in die neue Staffel, um einmal im Serienjunkiejargon zu sprechen. Ich hoffe es bleibt so. Aber versprechen kann ich schließlich nichts, denn neben der MeschuHggenes ist auch reichlich anderes verrücktes Zeug in meinem Kopf das raus muss. Teilweise gefällt es mir, teilweise eben nicht. Aber wie sagte schon der kluge Franzose: c’est la fucking vie.

The four weeks break from the blog have felt like forever and a heartbeat at the same time. With the high temperatures in July something happened with my brain and it fell into a sort of high fever. I was sad and angry and lethargic at the same time and just wanted to live, no rules no obligations attached. I basically never got out of my jeans and white T-Shirts all summer, a development pretty crazy for me. Somehow I got infected with denim disease. One of the reasons might have been my compression sock which seemed to destroy every nice summer dress or skirt. So I enjoyed my time with picknicks, barbecues, lake swimming and weddings. Lots of read books and watched series later I feel the urge to write again, share my words on (electronic) paper and with you. Somehow the lower temperatures also lowered my fever and brought my mind to a more peaceful state. Maybe the summer break was badly needed. Maybe this changes again in two weeks, who knows because there isn’t just craziness for shoes in my brain. Somehow it always surprises me with new crazy stuff. But just like one intelligent Frenchman said: C’est la fucking vie.

pictures via lcaid.com , designrulz.com.

MeSCHUHgger Montag: Schlappen

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Oh weh, wieder so ein grauseliges Thema. Oder doch nicht? Man sagt den Deutschen ja eine perfide Liebe zu praktischen Dingen nach, vor allem in der Klamottenwahl wird dies im Ausland immer bemängelt. Zum Teil mag dies ja stimmen, denn er kennt sie nicht, die grauselige Socken-Trekkingsandalen-Kombo. Doch alle Jubeljahre kommt solch ein praktischer Trend hoch und infiziert auch Deutschland.

Während ganz Kreuzberg und Neukölln dank des Sneakerwahnsinns darüber nur müde lächeln kann, reibe ich mir als Spaziergängerin durch die Münchener Innenstadt immer noch oft überrascht die Augen wennmir  jemand in Adiletten zum feinen Zwirn oder Birkenstock zur Louis Vuitton Tasche entgegen kommt. Ich persönlich habe Birkenstock seit ich denken kann, jedoch wurde mir von meiner modebewussten Mutter deutlich gemacht, dass diese nur als Hausschuhe und nie außerhalb des Hauses zu benutzen seien. Der aktuelle Trend ist für mich also gefühlsmäßig wie naschen vor dem sonntaglichen Mittagessen oder Schokolade verputzen in der Fastenzeit – aufregend, da verboten aber misstrauisch beäugt.

Da ich Adiletten nun wirklich gar nichts abgewinnen kann (außer vielleicht in der Fitnessstudiodusche als Fußpilzschutz), ich jedoch Birkenstock unheimlich gerne mag, bin auch ich langsam angefixt und kann es mittlerweile zugeben. Schlüsselereignis mag dabei der Besuch beim Orthopäden aufgrund von Knieproblemen gewesen sein: während er mir folgende Schuhe empfahl (geschlossen ohne Zehensteg oder Firlefanz mit leichtem Keil zur Ferse hin), erklärte er mir, dass Birkenstocks eigentlich gar nicht gut für mich sind (die Ferse sitzt zu tief, es gibt zu viel Belastung auf die Sehnen). Und wie immer im (noch) kleinkindlichen Hirn meinerseits wurde daraufhin der Birkenstock mit Zehensteg mächtig interessant, ja wenn nicht geadelt und fast auf dieselbe Stufe gestellt wie furchtbar schädliche High heels, grauenhaft gefährliche Wedges (kein Abrollen, brrrr) oder formlose Turnschuhe (sie brauchen Halt!). Und schon ertappe ich mich dabei, dass ich seit Längerem um Modell Gizeh herumtreibe. Ich glaube heute schlag ich zu, soll ja ab übermorgen wieder Zehenzeigwetter sein. Mal sehen was die Sehnen dazu sagen…Und Mama!

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Outfit: Festivalstyle

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Keine Ahnung was da Besitz von anderen Blogger nimmt, wenn sie ihre Festivaloutfits präsentieren. Ich bin wirklich ratlos, wie die in Fransenoberteilen, Miniröcken oder gar offenen Schuhen das Festival überleben. Ich zelte da, hänge schief und buckelig in meinem Campingstuhl, auf Picknickdecken, in meinem Schlafsack oder stehe/liege/tanze vor den Bühnen. Teilweise bekommt man da viele Schuhe auf die eigenen und einige blaue Flecken sind drin, weshalb ich immer geschlossene Schuhe und festere Kleidung anhabe. Das obige Schuhe ist bist auf die Schuhe also eines der Standardoutfits für das besuchte Southside Festival gewesen. Auf dem Festival waren es natürlich Chucks. Der wichtigste Lebensretter war dabei natürlich der Sonnenhut ohne den nichts gegangen wäre.

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I have no clue how other bloggers survive festivals with the clothes they claim to wear there: frindge tops, mini skirts or open shoes. When I’m not sitting in my camping chair or lying in my tent I normally stand/sit/lie/dance in front of a stage and there you are hit by many people and even more stomp on your feet. That’s why I always wear practical clothes even if it doesn’t look nice. But who cares, you’re there to get drunk, listen to music and enjox yourself. And that I did in the outfit above minus the shoes. On festivals I always wear chucks.

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Top: H&M

Jeans: H&M +

shoes: Adidas

Hat: Pepe Jeans

Kreativ: Cut out poster

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8 cut out mitty

Als Geburtstagsgeschenk für eine Freundin gab es vor kurzem eine kleine kreative Überraschung : ein cut out poster mit dem Slogan des Life magazines, wie wir es in dem großartigen Film “Das erstaunliche Leben des Walter Mitty” mitbekommen haben:

Dieses Motto schreit gerade danach an die Wand gehangen zu werden und ganz einfach habe ich dies auch realisiert. Hier kommen die verschiedenen Arbeitsschritte:

Since seeing “The secret life of Walter Mitty” a friend and me have been bewitched by the beauty of this movie. The motto of Life magazine has convinced us most of all and so I had to do something with it for this friend’s birthday. I made a little poster for her and here are the different steps it took:

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Inspiration der Woche 27

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1. Mode

Im Moment tragen alle entweder Bucket Bags von Mansur Gavriel (wer es sich leisten kann) oder Rucksäcke von Fjäll Räven (wer sich durch den Großstadtdschungel von Berlin kämpft). Von keinem der beiden fühle ich mich besonders angesprochen, auch wenn mir die Taschenformen gefallen. Da kam ein Tipp aus dem aktuellen Zeitmagazin ganz recht: Das Label Mum & Co fertigt minimalistische und schicke Ledertaschen sowie -rucksäcke. Ganz toll. Davon kommt direkt was auf die Weihnachtswunschliste ;)

2. Kurzfilm/Gender

“Du bist so ein Mädchen, wahrscheinlich kannst du nicht werfen und einparken auch nicht.” “Ich muss nicht werfen können, ich bin ein Mädchen.” Sätze wie diese zwei haben alle Mädels schon mal gehört und fast alle, ich wette mit euch, schon einmal selbst gesagt. Es gibt sie eben, die Stereotype, mit denen wir uns das Leben erleichtern, die aber ehrlich gesagt meist ziemlich daneben sind. Oftmals im Spaß gesagt nagen sie sich jedoch in unsere Gehirnzellen. Zeit sich das mal wieder ins Hirn zu rufen. Der folgende Videoclip von Always spricht da wahre Worte:

http://www.youtube.com/watch?v=XjJQBjWYDTs

3. Reisen

Die Sommerzeit rückt näher und dadurch auch mein Fernweh. Generell haben es mir die skandinavischen Länder ja besonders angetan und da hilft mir der Reisetipp von meiner liebsten Reisebloggerin Monica von The Travel Hack wenig. Ihr lieber Kollege Michael beschreibt alles, was man in Island gemacht haben muss. Da stichts gewaltig im Herzen!

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(fast) MeSCHUHgger Montag: The one and only converse

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chucks

Der 18. Geburtstag der besten Freundin

So, meine Lieben, ich bin wieder da. Ich habe mir eine Woche Auszeit genommen, die dringend nötig war. Jetzt quillt zwar mein Postfach über, Bloglovin ist überfüllt und es kommt alles auf einmal, aber das war es wert. Am heutigen Dienstag, der mein eigentlicher Montag ist, möchte ich mich einem Paar Schuhe widmen, dass von keinem Schuh der Welt jemals emotional erreicht werden kann: den Converse, liebevoll auf Chucks nach ihrem Gründer genannt. In ihnen habe ich wilde Zeiten verbracht und stapfe auch heute noch am liebsten rum – gerade dieses Wochenende auf dem Southsidefestival waren sie wie immer das, was ich an ihnen so schätze: verlässlich, stylisch, bequem. Liebt ihr eure Converse auch so?

I took a break from the internet last week and am back right now. The break was much needed although now my mails, blog duties and everything else is piled up to the ceiling. Today (which is my Monday) I want to present to you my most favourite pair of shoes: Converse, called Chucks after their inventor. They are the shoes I have spent most of my lifetime in and who have always accompanied me with style and comfort. They did the same this weekend at the Southside festival. Do you love your chucks as much as I do?

picture courtesy of Fotocommunity